| Mormonen |
Der Zehnte – er funktioniertVor einigen Jahren war ich der Überzeugung, ich könne es unterlassen, den Zehnten zu bezahlen, und trotzdem mein Auskommen finden. Ich fragte mich, ob ich nicht ohnehin so arm wäre, daß Gott in meinem Fall eine Ausnahme machte. Indem ich so dachte, wurde ich nur noch ärmer.Ich glaubte an das Evangelium und wirkte in der Gemeinde mit, aber so lange ich den Zehnten nicht bezahlte, hatte ich das Gefühl, es stimme etwas nicht. Schließlich brachte ich dem Bischof persönlich fünf Dollar nach Hause, damit ich mir die Postgebühr ersparte. Es war nicht einmal ein Prozent, doch war damit ein Anfang gemacht. Im folgenden Monat gab ich zehn Dollar. Einige Monate lang bezahlte ich einen „fünfprozentigen Zehnten” — ein Widerspruch in sich selbst. Dann analysierte ich meine finanzielle Lage. Während ich diese geringe Summe bezahlte, schaffte ich es schon, daß mein Bankkonto am Ende des Monats in den schwarzen Zahlen blieb, während ich zuvor jeden Monat das Konto überzogen und Zinsen bezahlt hatte. Als ich meinen Zehnten auf zehn Prozent brachte und einige Monate auf dieser Höhe durchgehalten hatte, stellte ich fest, daß am Ende des Monats eine erstaunliche Summe auf meinem Konto war — obgleich ich bei meiner Arbeit keinen Pfennig mehr verdient hatte. Auch meine Ausgaben hatten sich nicht geändert. Sie waren eher noch gestiegen — zusammen mit der Möglichkeit, daß ich mir hin und wieder einen kleinen Luxus leisten konnte. Trotz alledem blieb eine ansehnliche Summe auf dem Konto; das hatte ich in früheren Jahren nie erlebt. Ich hatte Leute vom Rednerpult aus erzählen gehört, daß sie ihren Zehnten bezahlt hatten und am nächsten Tag ein Wirtschaftswunder geschehen war. Ich will mich darüber nicht lustig machen, doch geschah es dreimal, daß ich den Zehnten bezahlte und am folgenden Tag mit der Post eine erschreckende Rechnung erhielt — eine Schuld, die ich entweder vergessen oder von der ich nie gewußt hatte. Im ersten Augenblick war ich entmutigt und sogar versucht, die Schuld auf den Zehnten zu schieben. Ich habe sogar viele Rechnungen erhalten, daß es mir leid tat, den Zehnten bezahlt zu haben, und daß ich ihn am liebsten zurückgehabt hätte. Doch stellte sich heraus, daß immer loch Geld übrig war, wenn ich die unerwarteten Rechnungen beglichen hatte. Immer noch hatte ich Geld, und es war sogar für einen gelegentlichen kleinen Luxus etwas übrig. Offensichtlich war das geistige Gesetz des Zehnten am Werk. Ich habe einen Rat, den ich gern und freimütig einem jeden gebe, der sich mittellos vorkommt und unter finanziellen Ängsten leidet: Geben Sie Ihrem Bischof „ein wenig Zehnten"! Geben Sie einen Monat später etwas mehr. Bezahlen Sie einen vollen Zehnten! Ich hin überzeugt, daß Ihre Schwierigkeiten sich von selbst lösen. So geschieht es wirklich. Vielleicht verursacht Ihnen irgend etwas einen Rückschlag oder läßt Sie zweifeln, geben Sie aber nicht nach. Lassen Sie sich nicht entmutigen. In einigen Monaten sind Sie wahrscheinlich aus dem Schlimmsten heraußen. Bald werden Sie ordnungsgemäß den Zehnten bezahlen und Seelenfrieden genießen. Keith Moore, März 1981 7:33 AM - 17.3.2008
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