Mormonen

Die Verheipung des Herrn auf die Probe stellen

Posted in der Zehnte
Als ich den offiziellen blauen Umschlag vom niederländischen Finanzamt auf der Fußmatte liegen sah, bekam ich einen Schreck. Ich hob den Umschlag auf und öffnete ihn nervös. Jawohl, er enthielt die Mitteilung, daß ich mich an einem bestimmten Tag mit dem Finanzamtsinspektor treffen sollte.
Dies war das letzte von vielen enttäuschenden Ereignissen, die begonnen hatten, als ich Maleachi 3:8—12 gelesen hatten. Ich war damals kein Mitglied der Kirche, aber ich hatte die Verheißung des Herrn, er werde die Schleusen des Himmels öffnen und über diejenigen, die ihm ihren Zehnten bringen, reichen Segen ausgießen, wörtlich genommen. Ich dachte an die Witwe, die dafür gesegnet worden war, daß sie ihre beiden Pfennige in den Opferkasten geworfen hatte. (Siehe Lukas 21:1-4.) Ich wußte, daß Gott seine Verheißungen immer wahr macht. Und ich wußte, wenn jemand seine verheißenen Segnungen brauchte, dann war ich das.
Meine finanzielle Situation war katastrophal. Meiner kleinen Firma ging es nicht sehr gut. Ich hatte kaum Aufträge, viele Schulden und dazu noch reichlich Steuerschulden. Weil ich keiner Kirche angehörte, der ich etwas hätte geben können, suchte ich mir eine wohltätige Organisation, der ich meinen „Zehnten` zahlen konnte, und bot dem himmlischen Vater ein „Geschäft” an. „Ich spende den Zehnten”, so versprach ich ihm, „wenn du mich von meinen finanziellen Problemen befreist.”
Aber es lief dann doch nicht so, wie ich es erhofft hatte. Eigentlich wurde es sogar noch schlimmer. Dann hatte ich deswegen auch noch mit meiner Frau Streit. Sie sagte: „Ich muß mit meinem alten Staubsauger putzen, und du spendest Geld für wohltätige Zwecke! Ich bin deine Frau, verdiene ich da nicht auch mal eine wohltätige Spende?”
Was mache ich bloß falsch? fragte ich mich. Ich halte mich doch an meinen Teil der Abmachung. Wo sind die verheißenen Segnungen?
Ich beschloß, die Verheißung in Maleachi noch einmal zu lesen. Da wurde mir klar, daß ich den „Zehnten” falsch verstanden hatte. Ich sah ein, daß der Zehnte keine finanzielle Investition ist; Gott ist kein Krämer, der einem etwas gibt, wenn man ihm Geld auf die Ladentheke legt. Den Zehnten, so wurde mir klar, muß man aus Liebe und Dankbarkeit zahlen — nicht in der Hoffnung, dafür etwas zurückzubekommen.
Ich bat den himmlischen Vater um Vergebung, und da wurde es allmählich besser. Aber jetzt raubte mir der blaue Umschlag auf der Matte den Optimismus.
Schweren Herzens betrat ich zu dem Termin das Büro des Finanzamtsinspektors. Nachdem wir uns ein paar Minuten unterhalten hatten, sagte er: „Ich habe den Eindruck, daß Sie ein ehrlicher Mensch sind und zahlen wollen, aber nicht zahlen können.” Dann erklärte er mir, er habe beschlossen, mir die Steuerschuld zu erlassen.
Fünf Minuten später sahen die Menschen auf dem Bürgersteig vor dem Finanzamt einen Mann vor Freude tanzen, wobei er die Arme zum Himmel ausstreckte!
Einige Zeit nach jener erstaunlichen Wendung schloß ich mich der Kirche an. Und jetzt, da ich schon seit vielen Jahren frohen und dankbaren Herzens ehrlich den Zehnten zahle, hat sich für mich die Verheißung des Herrn, wie der Prophet Maleachi sie niedergeschrieben hat, wirklich als wahr erwiesen. Ich weiß, daß der himmlische Vater unsere Liebe und Glaubenstreue mit reichen Segnungen beantwortet. Er öffnet uns wirklich die Schleusen des Himmels.

Theodor G. Baalm, Dezember 1998

11:30 PM - 18.3.2008


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